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Presseerklärung von LindA
zum Bahnbetriebswerk als Jugendkulturzentrum

LindA fordert den Gemeinderat und die Verwaltung auf, den geplanten Ausbau des Bahnbetriebswerks zum dringend benötigten Jugend-Kulturzentrum nicht um weitere zwei Jahre zu verschieben.

Die Begründung des Kulturbürgermeisters Dr. Joachim Gerner im Kulturausschuss, die Stadt müsse die Ausgabe von 2 bis 3 Mio Euro wegen der Finanzlage verschieben, stößt bei LindA auf Unverständnis.

Noch im Juli war es für die Mehrheit im Gemeinderat unproblematisch, mindestens 25 Mio. Euro für den Bau eines Kongresszentrums an der Stadthalle zu befürworten. Im Vergleich dazu, fällt der Ausbau des Bahnbetriebswerks finanziell nicht ins Gewicht.

LindA bittet den Gemeinderat, die Prioritäten nicht zu Lasten der Jugend zu setzen. Es darf nicht so aussehen, wie wenn für das Wohl von Kongressteilnehmern große Summen kein Problem sind, für die Jugend ein Bruchteil davon jedoch schon zu teuer ist.

LindA befürwortet das geplante Jugend-Kulturzentrum, da dringend eine kulturelle und Freizeitalternative zum Ballermann in der Unteren Straße und an der Neckarwiese realisiert werden muss.


Gezeichnet
Abraham de Wolf

Gewerkschaft der Polizei: Aufhebung der Sperrstunde erschwert Arbeit (07.11.06)

Pressemitteilung der Gewerkschaft der Polizei vom 07.11.2006
Aufhebung der Sperrstunde erschwert die Arbeit der Polizei

GdP: Aufhebung der Sperrzeit erhöht die Einsatzbelastung der Polizei

Nach Pressemeldungen beabsichtigt die Landesregierung, die Sperrzeiten in Baden-Württemberg zu verkürzen und am Wochenende bis auf eine „Putzstunde“ komplett aufzuheben.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erwartet von Innenminister Rech, dass er diese Entscheidung verhindert. „Die noch geltende Sperrzeit in den Gaststätten ist auch eine Vorschrift zum Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen im Einsatz“, erklärte der Landesvorsitzende der GdP, Josef Schneider, heute in Stuttgart. Die Sperrzeit dient nicht nur der Nachtruhe unserer Bevölkerung. Sie ist auch eine Schutzvorschrift für die Polizei.

Sollte in absehbarer Zeit dann noch die völlige Freigabe der Ladenschlusszeiten dazu kommen, wird dies vor allem in unseren Ballungszentren erhebliche Auswirkungen auf die Polizeiarbeit haben. Die Einsatzbelastungen in der Nacht werden sich dann denen am Tage angleichen. Dafür ist die Polizei dieses Landes aber nicht aufgestellt. Insbesondere dann nicht, wenn die Landesregierung an ihren Beschlüssen zur Stellenstreichung bei der Polizei des Landes festhält.

„Wenn wir zukünftig rund um die Uhr auf „Volllast“ fahren müssen, dann muss die Polizei verstärkt werden. Wir appellieren deshalb an alle Verantwortlichen, diesen Aspekt bei ihren Entscheidungen zur Sperrzeit und zum Ladenschluss zu bedenken. Es passt nicht zusammen, bei der Polizei Stellen abzubauen, ihr aber ständig neue Aufgaben und Belastungen aufzubürden“, so der GdP-Landesvorsitzende.

Herausgeber:
Gewerkschaft der Polizei
Landesbezirk Baden-Württemberg

> via gdp.de




siehe auch:

Bayern - Nächtliche Ruhestörungen, Scherben, Erbrochenes oder die Münsterbiesler: Die Liste der Klagen (...) ist lang. "Hier besteht erheblicher Handlungsbedarf" (...)

"Das trifft alle bayerische Kommunen, seit 2005 die Sperrzeit im Freistaat auf die Zeit von 5 bis 6 Uhr reduziert wurde" (...)

Der Bayrische Städtetag möchte übrigens die seit 2005 geltende Sperrzeitregelung im Freistaat am liebsten wieder ändern. Er plädiert schon seit dem vergangenen Jahr für eine einheitliche Sperrzeit von 2 bis 6 Uhr. (...)

> via donaukurier.de



> Pressemeldung des Bayrischen Städtetags (31.01.08):

"Das wäre für uns ein Danaergeschenk, weil wir dann die vielerorts vorhandenen Sperrzeitprobleme überhaupt nicht mehr lösen könnten. Wir brauchen eine einheitliche staatliche Regelung, um den Klagen unserer Bürger und dem zunehmenden Alkoholmissbrauch wirksam begegnen zu können".

"Landauf, landab, klagen die Bürgermeister über Beschwerden der Bürger/innen wegen Störung der Nachtruhe. Die Städte und Gemeinden können den berechtigten Anliegen nur eingeschränkt nachkommen. (...). Außerdem haben seit Verkürzung der Sperrstunde im Jahr 2005 auf die Zeit von 5 bis 6 Uhr Alkoholmissbrauch und Vandalismus erheblich zugenommen."

"Deregulierung darf kein Selbstzweck sein. Der Staat muss auf die veränderte Situation seit dem Jahr 2005 reagieren und den Städten und Gemeinden mit einer einheitlichen Sperrzeit wieder ein wichtiges Kontrollinstrument an die Hand geben, das auch wirksame Maßnahmen gegen Gaststättenbetreiber ermöglicht. Schließlich wollen wir aus unseren Erfahrungen lernen!" "

Presseerklärung LindA (05.10.09)

Presseerklärung LindA
zu Gesprächskreis: "Leben in der Altstadt"


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SPD-Pressetext (20.02.08)

Lärm in der Heidelberger Altstadt
SPD-Pressetext vom 20.02.2008

von Karin Werner-Jensen

Die SPD-Fraktion beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Lärm in der Altstadt. Vorwiegend Ju-gendliche zwischen 16 und 25 Jahren, oft aus gutbürgerlichem Milieu, besuchen die 207 Gaststätten der Altstadt, betrinken sich in den Nachtstunden, urinieren an die Hauswände, schreien, randalieren, werden handgreiflich und stören. Die Nachtruhe der BewohnerInnen ist inzwischen nicht mehr nur an Wochenenden, sondern täglich zwischen 23 Uhr und 4 Uhr, empfindlich gestört.

Die SPD-Fraktion führte deshalb in den vergangenen Jahren viele Gespräche mit BürgerInnen, der Polizei und der Stadtverwaltung. Auch stellte die SPD-Fraktion verschiedene Anträge im Gemeinde-rat, z.B. bei den letzten Haushaltsberatungen, wo sie vier zusätzliche Blaumänner/frauen beantragte, um die städtische Kontrollfunktion besonders nachts zu erhöhen. Die Mehrheit des Gemeinderates lehnte dies ab. Nachdem der Oberbürgermeister im Folgejahr sah, wie nötig weitere Kontrollen sind, ermunterte er den Gemeinderat 2007 mit Erfolg, einer Aufstockung um zwei Personalstellen zuzustimmen – ein Tropfen auf den heißen Stein. Zusammen mit Fraktion und Ortsverein Altstadt fanden in den letzten Jahren zum Thema Lärm auch verschiedene sehr gut besuchte Veranstaltungen statt. Die Ergebnisse wurden der Stadtverwaltung und der Stadtspitze jeweils schriftlich mitgeteilt.

Allein dies alles hat nicht wirklich etwas genutzt: In der Altstadt ist es schmutzig und so laut wie nie, und zwar besonders in den Nächten. Unter den lautstarken Schlägereien leiden auch die BewohnerInnen. Selbst über die Weihnachtstage wurde „im Innenstadtbereich von fünf Prügeleien mit 13 Ver-letzten“ in der RNZ (27.12.2007) berichtet. Die Altstadt entwickele sich „immer mehr zu einer nächtlichen Feiermeile mit den üblichen unangenehmen Begleiterscheinungen wie Körperverletzungen oder Ordnungsstörungen“, so Bernd Fuchs, Leiter der Polizeidirektion Heidelberg (RNZ 5./6.1.2008). „Sor-ge bereite der Polizei die „zunehmende Rücksichtslosigkeit gegenüber Mitmenschen, geringer werdende Hemmschwellen und insbesondere die deutlich erkennbare Verrohung“. Die Polizei könne a-ber „langjährige gesellschaftliche Versäumnisse nicht kompensieren, schon gar nicht alleine“. Die Polizei habe „immer mehr neue Aufgaben und immer weniger Personal“ und sei „an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht. Wir werden in Zukunft einiges nicht mehr oder nicht mit der nötigen Intensität durchführen können.“ „Noch“ müsse man sich „um die polizeiliche Grundversorgung keine Sorgen“ machen. „Wir dürfen sicherheitspolitisch aber nicht in den Tag hinein leben“, so Fuchs. Dies ist ein klarer Appell auch an die Stadt, hier unterstützend einzugreifen. Das Präventionsprojekt „Sicheres Heidelberg“ mit seinem Geschäftsführer Reiner Gräulich und vier weiteren Mitarbeitern leistet einen Beitrag von Seiten der Polizeidirektion Heidelberg.

Ein Blick in andere Städte
Andere Kommunen haben ähnliche Probleme und bereits darauf reagiert. In Mannheim wurde z.B. zusätzliches städtisches Ordnungspersonal verpflichtet. In mehreren Städten ist bereits ein Alkohol-verbot in der Innenstadt in den Nachtstunden ausgesprochen. So habe die Stadt Marburg (vgl. FAZ 12.12.2007 „Alkoholverbot im Angstraum“) bereits im Dezember 2007 beschlossen, „den Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen von 18 Uhr bis sieben Uhr morgens in Marburg-Mitte“ zu verbieten. Die Kinder kämen „überwiegend aus gutbürgerlichen Verhältnissen, sie besuchen das Gymnasi-um...Es sind beileibe keine Aussiedlerkinder, wie man vielleicht bei dem Wodka vermuten würde, sagt der Oberbürgermeister“ – dieselbe Situation herrscht in Heidelberg, wo, wie man an der Sprache leicht erkennt, oft Schüler und Studenten völlig betrunken randalieren. Bestimmte Teile der Stadt seien für die Bürger „zum Angstraum“ geworden, sie „trauten sich nicht mehr über den Platz“ – auch wenn Heidelberg objektiv gesehen, ein vergleichsweise „sicheres Pflaster“ ist, haben auch hier be-reits viele BürgerInnen nach eigenen Aussagen Angst, abends allein in die Altstadt zu gehen.

Die FAZ berichtet weiter, dass ein nächtliches Alkoholverbot ab Januar bereits auch in Freiburg gel-te, und zwar „von Freitag bis Montag, sowie vor gesetzlichen Feiertagen in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr“ (vgl. Stadt Freiburg, Verordnungen 9.11.2007). 1996 habe es in Freiburg 1002 Gewaltdelikte gegeben, 2006 seien es bereits 2425 Fälle gewesen, davon mehr als ein Viertel in der Altstadt.

Und in Hamburg, so die FAZ, sollen 2008 „auf St. Pauli Kioske und Tankstellen freiwillig von 23 Uhr an keine Glasflaschen und keinen Alkohol mehr verkaufen.“ Greife die freiwillige Beschränkung nicht, „soll von Mai 2008 an ein örtliche bschränktes Alkoholverbot in Kranft treten.

In Dresden sei bereits „in einem Teil der Neustadt Gaststätten per Polizeiverordnung verboten, an Wochenende zwischen 22 Uhr und fünf Uhr Alkohol über die Straße auszugeben“.

In Darmstadt wolle man „exzessiven Alkoholkonsum“ in der Öffentlichkeit „verbieten, wenn das Trin-ken Dritte beeinträchtigt“.

Auch Konstanz hat nach §§1 und 3 des Polizeigesetzes für Baden-Württemberg (PolG) eine „Allgemeinverfügung über das Verbot des Alkoholkonsums“ in bestimmten Teilen der Stadt von 20 Uhr bis 6 Uhr erlassen. Auf öffentlichem Raum ist es danach verboten, „Getränke aus Glasflaschen und Glä-sern zu konsumieren“. Oft seien Ansammlungen von „50 bis hin zu 250 Menschen“ auf Grund von „übermäßigem Alkoholkonsum“ und sinkender Hemmschwelle die Verursacher von „massiven nächtlichen Ruhestörungen“ für die Bewohner. Es käme zu „Sachbeschädigungen und zu Körperverlet-zungsdelikten der einzelnen Gruppen untereinander oder gegenüber unbeteiligten Dritten“, zu Verun-reinigungen, Müll und Glasscherben – genauso ist es in Heidelberg.

Daraus wird deutlich, dass nicht nur Heidelberg ein massives Problem hat, sondern auch viele andere Städte. Ziel muß sein, durch geeignete Maßnahmen dem entgegenzuwirken. Gutes Zureden von Sei-ten der Polizei und der Stadt, wie bisher, hat dabei nicht gefruchtet, zumal es sich immer wieder um andere Jugendliche und junge Erwachsene handelt.