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RNZ-Leserbrief: Heidelberg Altstadt Lärm (30.10.09)
in 2009, Leserbrief, LindA, Medien, Prof. Dr. Damir Pecornik, RNZ
RNZ-Leserbrief: Altstadt-Problematik „Unter Uns"-Kolumne
Diktatur der wenigen
Liebe Frau Thoms-Hoffmann,
Sie schreiben, dass sich die Mitglieder der Initiative „LindA" von ihren Maximalforderungen verabschieden sollten. Damit meinten Sie, wir sollen von unserem Schlaf absehen.
Wir fordern nur die Einhaltung der Polizeiverordnung für Heidelberg (vom 8 März 2001)
und des Lärmschutzes für Mischgebiete von 45 dB(A) gemäß TR-Larm.
Beides wird in verschiedenen Teilen der Altstadt nicht eingehalten. Darüber kann man nicht verhandeln, Sie verhandeln mit dem Finanzamt Ihre Steuerschuld auch nicht.
Die Altstadt beherbergt zirka 200 Gastronomiebetriebe. Davon machen maximal zehn Prozent den Straßen-Ausschank nach 24 Uhr, demzufolge maximieren weniger als 20 Gastwirte ihren Gewinn zwischen 24 und 3 Uhr beziehungsweise länger.
Demgegenüber stehen etwa 11 000 Bewohner der Altstadt, die ihre Ruhe und saubere Straßen erwarten.
Was ist das für eine Diktatur der wenigen Gastwirte, und warum werden sie von der Verwaltung nicht in die Schranken verwiesen?
Damir Pecornik, Heidelberg
RNZ, 30.10.09
RNF Life 05.10.09
RNF life: "Weißer Protest in der Heidelberger Altstadt gegen Kneipenlärm"
> via youtube (Datum/Aufruf 05.10.09)
> RNF-Video-Portal
Reaktion via Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren,
einerseits freue ich mich, dass Sie das Thema des Altstadtlärms in Heidelberg in Ihrer Sendung behandelt haben. Andererseits war die Anmoderation die reinste Frechheit und auch Zwischentöne des Sprechers aus dem Off während des Beitrages können einem übel aufstoßen.
Ich selber bin 24 Jahre alt - habe weder Falten noch graue Haare und auch aus meinem Fenster hängt ein Betttuch als Zeichen des Protests. Auch ich gehe gerne mal einen Cocktail trinken und komme spät in der Nacht heim - dennoch weiß ich mich zu benehmen. Beim Satz "...das weiß jeder, der sich die Altstadt als Wohnort ausgewählt hat" schwingt auch wieder mit "dann zieht halt weg/in der Altstadt ist es nunmal laut".
Hierzu Folgendes: Viele Bewohner leben seit Jahrzehnten in der Altstadt, sind teilweise "Sume" - sprich in der Altstadt geborene Altstädter. Dies hier ist ihre Heimat, die nunmehr seit einiger Zeit in Pfützen aus Erbrochenem, sonstigen Körpersäften und Gegröle bis nachts um 4 versinkt. So ein Verhalten sollte in keiner Gesellschaft hingenommen werden.
Gerne können Sie auch mal bei den Hoteliers der Stadt, z.B. des Traditionshauses "Zum Ritter" nachfragen, wie sich die aktuelle Entwicklung auf die Zufriedenheit ihrer Gäste auswirkt....
Mit der Bitte um weitere aber sachliche Berichterstattung verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Cornelia Gräf
