RNZ: Die Altstadt will jetzt Taten sehen (20.02.10)

"Linda" und "Alt-Heidelberg" zufrieden über Runden Tisch


Die Altstadt-Initiative "Linda" und der Stadtteilverein "Alt Heidelberg" sind bisher relativ zufrieden über den Verlauf des Runden Tisches "Pro Altstadt", der in der letzten Woche seine dritte (von vier)Sitzungen hatte. In Pressemitteilungen wiesen "Linda" und "Alt-Heidelberg" darauf hin, dass viel erreicht worden sei - aber dass viele Fragen noch offen blieben. Zufrieden ist "Linda" Sprecherin Karin Werner-Jensen vor allem mit dem 37-Punkte-Katalog, den Ordnungsamtsleiter Bernd Köster vorgelegt hatte. Darin wird generell ein hartes Durchgreifen gegen die Kneipen angedroht, die sich nicht an städtische Regeln halten. In diesen Katalog, so Werner-Jensen, seien "die wichtigsten Forderungen von Linda eingeflossen". Mit Linda hätten sich auch mittlerweile zwölf Hoteliers in der Altstadt solidarisiert: Denn "Lärm, Dreck und Randale" wirken sich mittlerweile geschäftsschädigend bei den Hotels aus.

"Gute Konzepte, die aber auch umgesetzt werden müssen"
Doch es bleiben auch noch offene Fragen: So müsste sich die Stadt verpflichten, den Kommunalen Ordnungsdienst personell zu verdoppeln (von sechs auf zwölf Mann). Und auch die Polizei müsste präsenter sein, gerade weil nächtens 15 000 Leute in der Altstadt seien - also ungefähr so viele wie bei den großen Sportveranstaltungen, die die Polizei immer mehr begleiten muss. Viele Maßnahmen seitens der Stadt seien, so Werner-Jensen, bisher "eher Absichts- denn Vollzugserklärungen", denn am Ende zähle doch nur das Ergebnis - also wie "Lärm, Dreck und Randale" reduziert wurden. Auch Joachim Förster, dem Vorsitzenden von "Alt Heidelberg", geht es darum, "klare Zusagen über die Umsetzung zu erhalten". Bei allem Widerstreit der Interessen in der Altstadt gelte, so Förster: "Die Nachtruhe ist nicht verhandelbar." Deswegen setzt er auf ein klares Handlungskonzept, das die nächste Runde-Tisch-Sitzung erarbeiten soll. Aber dennoch sei Kösters 37-Punkte-Katalog bisher "eine gute Basis". Diese relativ optimistischen Bewertungen wiegen umso schwerer, weil sowohl "Linda" als auch "Alt Heidelberg" anfangs skeptisch gegenüber dem "Runden Tisch" waren - und zunächst gar nicht erst hingehen wollten.

RNZ, Micha Hörnle, 20.02.2010